Kategorie: Allgemein

  • 03.06.2025, interessanter Abschied, angenehmes Radeln, schöner Schlafplatz

    ich hatte ein angenehmes Frühstück auf der Terrasse und hatte meine Sachen schon gepackt. Dann belud ich mein Rad, das keinen Namen hat, außer mein Rad… ich hab schon drüber nachgedacht, ob es nicht mal einen (coolen) Namen bekommen sollte. Bis jetzt gibt es aber keinen. Ich verabschiedete mich von Ethel… sie ist eine herzliche Frau… wir gaben uns sogar einen kleinen Drücker, stellte fest, dass Ihr Sohn, der gestern kam, dann doch schon abgereist war und Andi kam aus seinem kleinen Reich um auf Wiedersehen zu sagen. Na ja, eeigentlich wollten wir gestern noch etwas erzählen, aber das war nicht möglich, weil ich ja etwas spät zurück war (und er war vielleicht auch anderes eingespannt) und so hielten wir einen kleinen Schwatz…. er macht in Rekultivierung und hat so etwas wie eine kleine Baumschule und ich Wasserwirtschaft… und beide: Einsatz für die Umwelt… grins… dann musste ich aber wirklich los. Ich fuhr noch beim Schumacher vorbei, weil meine Sandalen leider langsam ihrer „Innen“Sohlen verlustig gehen… und das nach erst 15Jahren oder so… na ja, ich hatte sie wenig an und bemerkte vielleicht deshalb den Verfall nicht…. Der Schuhmacher fragte mich wie schnell ich es bräuchte: jetzt??? und da sagte er nein, das geht nicht, das braucht mindestens eine Stunde… das war mir aber zu lange und so ging ich mit Sandalen, die noch so bissl durchhalten müssten wieder los.

    Der Radweg führte die meiste Zeit an der vielbefahrenen Straße lang. Das ist nicht schön, da es sehr laut ist. Aber es gab ein paar schöne Ausblicke und zwischendurch bin ich dann einfach mal auf einer Nebenstraße gefahren. Bissl mehr Bergrauf und -runter aber viel leiser. In Lolo lernte ich etwas über die Lewis-und-Clark-Expedition kennen, bei der unter der Leitung von Meriwether Lewis und William Clark vom 14.Mai 1804 bis 23. September 1806 der Westen der USA nach dem damaligen Louisiana-Landkauf 1803 (das größte Grundstücksgeschäft der Geschichte mit dem Verkauf von 2.144.476km² Land von Frankreich an die USA-Vergleich: D hat 357.588km² ) erkundet wurde. Dort machte ich Mittag und genoß einen halben Beutel Granola und anderes.

    In Stevensville besuchte ich die St. Mary’s Mission. Eine historische Kirche von 1866. Eine Lady vom Museum erzählte mir, dass die ansässigen Salish und Kalispel-„Indianer“ hier eine Mission haben wollten. Sie holten sich einen Pfarrer (sie kannten den katholischen Glauben wohl schon ca. 200Jahre aus dem etwas nördlicheren Kanada)… die Kirche wie auch die Häuser erinnerten mich etwas ans Tschechische….

    Dann ging es weiter zu meiner Übernachtung, die ich wieder über warmshowers bekommen habe. Wunderbares Haus in wunderbarer Gegend… üppig ausgestattet. Halb im Wald. Bären soll es geben-zum Glück hauptsächlich Schwarzbären…. und die üblichen Ratschläge mit der Versicherung, dass es sehr unwahrscheinlich ist welche zu treffen… und wenn: viel Raum geben.

    Es gab Hamburger, Pommes und Salat zum Abendessen, und es hat mir sehr geschmeckt. Und dabei hatte ich heute u.a. schon für 880kcal Schokoriegel gegessen… 🙂

    Wir erzählten noch nach dem Weg und wo zu übernachten und ein paar lebensphilosophische Weisheiten und dann muss jetzt mal schlafen dran sein, denn morgen wird es ein bissl anstrengender Tag.

  • 19.08.2025, später Aufbruch, wunderbares Radelwetter, Zuglänge

    Der Morgen verlief ruhig. Gestern hatte ich Diane getextet (von der Kirchengemeinde in Spraker), ob ich mir die Kirche anschauen könne… sie schickt jemanden vorbei. Sie kann selber nicht kommen, da sie sich gerade im Urlaub befindet. Und um (Uhr war auch jemand da. Schloß mir die Kirche auf, die für hiesige Verhältnisse schon ziemlich alt ist (erbaut: 1858, gegründet aber schon1772) und ich hatte ein Weile dadrinnen… für mich ganz angenehm. Dann kamen Radler aus Montreal, mit denen ich mich eine kleine Weile unterhalten habe und dann ein kurzer Text ins Gästebuch und dann ging es auch schon los…

    Ein paar Kilometer weiter in Canajoharie gab es die Lees Christmas Corner. Ein Weihnachtshaus. Diesmal wollte ich es mir aber angucken. Bei weiterm nicht so groß wie in Görlitz aber knuffig. Baumanhänger in Rucksackform und als zusammengerollte Yogamatte in Rosa… krass… ich erzählte dem Verkäufer woher ich kam und ob ich seinen Laden mal fotografieren dürfe… ja klar, danke fürs kommen… und als er hörte, dass ich die Dinge aus dem Erzgebirge kannte, da hatte er sich gefreut, weil ich von da „aus der Nähe“ kam…

    Kurz vor dem Ort Little Falls gibt es das Anwesen „Herkimer Home“. Das hat mich sehr beeindruckt. Nicht nur weil die Einwanderer aus dem Südwesten Deutschlands hier in der Mitte des !8.Jhd ein erstaunliches Anwesen errichtet hatten, sondern weil es mir auch sehr gefallen hat. Roten Backstein finde ich wirklich ein schönes Baumaterial.

    An der Schleuse Nr, 18 hatte ich dann ein kurioses Gespräch mit einem Joe Francisco. Einwanderer aus Italien, also seine Eltern. Er war aber auch schon in Rente. Er beklagte sich über die ganzen illegalen Ausländer und gut, dass die jetzt rausgeworfen werden… und alles nur, weil er mich fragte, ob ich über Land radle (er war auch mit dem Rad auf einer kleinen Tagesrunde) und ich ihm auf Nachfrage erzählte, dass ich nur eine Erlaubnis für ein halbes Jahr bekommen habe und nicht verstehe, warum ich nicht länger bleiben darf…

    Seis drum. Kurz danach traf ich Jerry, einen 81 jährigen rüstigen Herren, der auf einem Stepper.Fahrrad an mir schon das zweite mal vorbei gefahren war und gerade Pause machte. und es interessierte mich wirklich, ob er aus gesundheitlichen Gründen keinen Sattel habe (ich dachte, vielleicht aknn er nicht sitzen oder so etwas)… und ja. Aus gesundheitlichen Gründen nutzt er dieses Fahrrad 3 Mal die Woche für 1,5 Stunden, da es ca. 30 bis 40% mehr Kalorien verbraucht und den ganzen Körper trainiert… ich war beeindruckt. Und er hatte sich sehr gefreut, dass ich ihn fragte. So ein netter Kerl. Guter Ausgleich zu kurz davor… weil Jerry so lebensbejahend und der andere so negativ…

    Immer schön am Wasser lang… herrliches Radeln bis nach Ilion. Hier wollten Evan und ich uns treffen. Ich hatte ein Lokal mit mehr Salat vorgeschlagen. Aber er ass schon in der Kirche in Spraker ( es gab eine Microwelle, mit der er Pasta von gestern aufwärmte) und wollte nichts. Deshalb entschied ich mich für die „einfachere“ Variante: Am Imbiss in der Marina von Ilion haltmachen und was essen… ein Burger und ein hotdog… na ja… ging so… aber Evan kam und wir machten noch etwas Pause. Dann kam noch ein anderer Radler, der seine erste Woche auf einer längeren Tour gemacht hatte… Immer am Eri Canal Trail lang. Dafür kam er aber extra aus Florida angeflogen… Sein Rad sah etwas spannend aus… eigentlich nur, weil die Hinterradfahrradtaschen ziemlich auf halb acht hingen… aber er war ganz nett… und „lernt noch“, wie er selber sagte… er musste schnell weiter, weil er Schiss vor dem morgigen Regen hatte und seine Zeit fast abgelaufen war… wir fuhren entspannt weiter, weil wir wussten, dass wir morgen frei machen und der Regen uns deshalb mehr oder weniger egal sein kann… und so kamen wir dann auch ziemlcih entspannt in Utica an, bezogen usner Zimmer und waren bissl platt…

    Und es war ein geiler Radl.Tag. angenehme Sonne, nicht zu heiß, Wind von hinten. Was willste mehr…

  • 22.08.2025, Runder See, Pies, Grape Soda

    Der Morgen war sehr angenehm. Ich ging zum Runden See, der sehr besonders sein sollte wegen seiner grünblauen Farbe… Dafür stand die Sonne sicher nicht im richtigen Winkel zum See und so bekam ich nur ein paar kleinen Stellen einen Einduck wie schön dieser See aussehen könnte, wenn die Sonne richtig steht… Nach etwa einer Stunde war ich hinter gegangen, drum herum und wieder oben (es war schon etwas steiler als normal und ich merkte meine Knie… bin halt auch keine 40 mehr…grins).

    Am Eriecanal gibt es immer wieder Schilder auf denen zur Geschichte des Kanals und der Zeit etwas steht… unter anderem, dass zur Bewegung der Schiffe Maultiere als Zugtiere genutzt wurden und zur Führung der Maultiere brauchten sie Menschen. Und da Kinder „billig“ waren und die Arbeit nicht besonders schwer, war hier Kinderarbeit der eigenen Kinder an der Tagesordnung und die Kanalnutzung dadurch bezahlbar… schlechter hatten es dabei oft obdachlose Kinder oder Kinder ohne Eltern: ihnen wurde eine gute Bezahlung versprochen, die sie dann oft nicht bekamen und so verbrachten sie dann oft die Wintermonate im Gefängnis, da sie zum Stehlen von Nahrung gezwungen wurden…

    Was ich auf meinem Weg sehr mag, sind die kleinen Stände, wo die Menschen auf Vertrauensbasis Ihre Produkte verkaufen. Manchmal sind die Stände sehr klein, manchmal aber auch größer…. von Milch und Gebäck bis Obst und Gemüse gibt es viel… auch mal schon second hand Ware oder selbstgefertige Dinge… Heute hat mich das Farbpotbourie der Paprikafrüchte fasziniert (rot, grün, lila). Die Nektarien waren mäßig, die Kekse ganz gut. An die Pies habe ich mich allerdings nicht rangetraut, da sie einerseits ziemlich groß waren (schaffe ich dann manchmal nicht) und andererseits ist die Gefahr, dass sie nicht so meinem Geschmack entsprechen ziemlich groß… es waren pies wie Kuchen (also nicht herzhaft)…

    Es ging ganz schön hoch und runter an diesem Tag, also bergemäßig. Und es war ziemlich warm… Da ich meinen hosts zugesagt hatte, nicht zu spät zu kommen, musste ich mich zwischendurch ganz schön „strecken“…. Milch und ein anderes Grape.Soda waren auf meiner Strecke… die Milch war gut, aber die Limo war… jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass es keine Rolle spielt, ob ich die günstige oder teure Variante dieser Limo habe, sie schmeckt mir immer furchtbar….

    Vorhin kam ich dann wohlbehalten und recht knülle hier in Ithaca an… nicht aber noch ohne vorher eine kurze Strecke mit 10% Steigung zu haben. Dafür ist es hier super ruhig und schön. Zum ABendessen gab es Lachs und Bratkartoffeln… sehr schön…

  • 27.08.2025, ein langer Tag und: eine Dusche-was für eine Wohltat

    und der Morgen war auch so, wie ich es mir gedacht hatte: Frühstück auf der Sonnenterrasse… Dazu verschiedene Telefonate, die an gestern anknüpften… ich sah mir ein paar Schleusungen an. Unter anderem die von ein paar „Canal Boats“. So Boote für ein paar Leute und sah, dass die zu mieten sind. 1.000Dollar pro Tag finde ich üppig, stelle es mir aber sehr schön vor…

    Dadurch mittägliches Loskommen… nu aber los…

    In Rochester sah ich ein Wassertraßenkreuz das durch der Erie Canal und dem Genesee River gebildet wird. Staustufen habe ich nicht gesehen, aber das will nichts heißen. Sah‘ cool aus.

    Es gab heute die ersten Drawbridges. Zugbrücken, die über den Eriekanal gehen und für den Straßen- bzw. Autoverkehr gedacht sind. Sollte ein Schiff kommen, dann kann die Brücke im Ganzen nach oben gezogen werden. Für die Autos ist dann erstmal Schluss, aber die Fußgänger haben unten und oben einen Überweg…. der oben ist natürlich an 2 Treppen angeschlossen. Davon soll es 17 Stück geben. Gebaut sind sie alle Anfang des 20. Jhd..

    Die kleinen Städtchen gefallen mir. Spencerport z.B.

    Am Abend kam ich dann in Middleport an. Ich war schon etwas hippelig, ob denn alles klappt. Und ob es einen Platz zum Aufstellen des Zeltes gibt. Aber am „Hafen“ gab es etwas und der Sheriff, den ich fragte, der sagte mir, dass es völlig ok ist, da wo ich stehe. Es gab Duschen und Toiletten. Alles für eine Spende (die auf Schildern mit 20 Dollar vorgeschlagen wurde). Ich baute mein Zelt auf und war so froh über die Dusche…. heute hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich müffel. Und das ist nicht sehr schön (für mich)…