nachdem ich gestern noch das Zelt etwas „befestigt“ habe, da im Wetterbericht Sturm und Regen stand, bin ich erst ziemlich spät eingeschlafen… und die Bahn fährt entlang des Campingplatzes… ich bin so froh über meine Ohrstöpsel… ich habe sie schon oft gebraucht. Und auch hier, wo ich heute bin, ist die Bahn nicht weit. Und auch gerade, jetzt ist es 22Uhr, fährt ein Güterzug vorbei (hier gibt es nur Güterzüge)… und an Bahnübergängen wird natrülich auch vorschriftsmäßig??? gehupt (die Bahner mögen wir meine Unkenntnis verzeihen, Hupen ist bestimmt nicht der richtige Begriff, aber nachgucken will ich das jetzt auch nicht).
So stand ich um sieben Uhr auf, frühstückte, schrieb Karten, las etwas Zeitung, packte zusammen… dann ging ich noch auf das Fest, welches angekündigt war und weshalb die Zelt.Plätze geschlossen waren. Sehr netter Regionalmarkt… leider ist das ja soi eine Sache auf dem Rad. Die Mitnahmemöglichkeiten sind doch sehr begrenzt. Aber ich habe mich an den schönen Dingen erfreut wie Schmuck, leider war für meine Tochter nicht das richtige dabei. Es gab Getöpfertes, Bilder, Buchherstellung, Dinge aus Holz, Pfeil und Bogen und allerlei andere Sachen. Auch einen Imbiss. Ich wollte… habe dann aber aus Zeitgründen (und weil ich eigentlich auch noch satt war) den Plan aufgegeben. Der gute Mann an der „Bestell.Kasse“ brauchte so lange… und so kam ich gegen 11.30Uhr eben erst los… mir war klar, dass die 120 km heute wirkklich schwierig werden…
Es ging erst etwas schleppend. Wahrscheinlich war der gestrige Tag noch in meinen Knochen. Das arg frühe Aufstehen ist doch nicht so meine Welt…
Und doch ging es dann, nachdem ich „eingeradelt“ war ganz gut… Milch, Melone, Obst und Hamburger waren auf meinem Weg meine Beute. Die Landschaft hat mir sehr gut gefallen. Allerdings waren mir die Autos zu viel. Ich vermisse die Radwege, die ich auf dem Weg nach Minneapolis hatte. Die Autos sind so laut… genug gejammert. Ist nicht zu ändern. Ich habe einen Zeitplan, da kann ich im Moment nicht so große Umwege „nur wegen der Strecke“ fahren… Ist schon auch irgendwie cool am Mississippi entlang zu radeln. Morgen werde ich dann abbiegen und nach Osten weiterfahren, und der Mississippi fließt weiter nach Süden.
Hier gibt es auch mehr Ortschaften. Auch schön. Die Einsamkeit der letzten Wochen scheint vorbei. Das hat seine Vor- und Nachrteile… In Wyoming, Montana und South Dakota hatte ich die Highwys zumindest gefühlt teilweise für mich alleine…. das ist jetzt definitiv nicht mehr der Fall.Zwischendurch gab es dann doch noch ein paar Kilometer Radweg durch das Naturschutzgebiet: Treampleau National Wildlife Refuge. Ein Weißkopf.Seeadler kam mir zu Gesicht… cool.
Hier im Ort suchte ich dann einen Platz zum Übernachten… Letztendlich bin ich auf den Campingplatz Lake Road Campground gefahren… Es war kurz vor acht. Ich die Nummer angerufen… was? 55 Dollar… eigentlich ist es ein RVPark… Mist… Rachel schien aber meine Situation zu verstehen… kleines Zelt, eine Person, ein Fahrrad. Sie gab mir einen Platz für 20 Dollar. Da wir gerade telefonierten, fragte ich, ob es auch einen Platz mit mehr Gras gäbe. Nummer sieben war mit Splitt und Beton ziemlich befestigt. Gut für einen Campinganhänger… Nicht so schön für ein Zelt… Letztendlich stehe ich nun neben dem RV Ihres Vaters, der hier wohl auch die „Aufsicht“ hat. Es ist ein angenehmer Rasenplatz. Und 10$ für die Unkosten finde ich völlig ok. Danke Rachel für das Entgegenkommen. Sehr angenehm, und ich bin dankbar…
Und wenn „der Nachbar“ dann mal seine Mukke runterdreht, dann kann ich bestimmt auch bald schlafen… Mit der Rücksicht haben es die Amis manchmal nicht so… obwohl ich denke, dass sie das gar nicht (unbedingt) böse meinen… Gute Nacht



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