ich habe gut geschlafen und nach dem Aufstehen gab es ein wunderbares Frühstück. Gebratener Schinken (knusprig und nicht trocken, saftig aber nicht mehr wabbelig-dehr gut im Geschmack), Rührei mit wunderbarer Würzung, Obst, Joghurt, Earl Grey, O-Saft, Milch, frisch gebackene Blaubeermuffins… Jenny, ganz liebe Dank, das Frühstück war wunderbar… wir erzählten noch, aber dann musste ich wirklich leider los… vorher fragte ich aber noch, warum John mich reingelassen hat… ich war wohl vertrauenswürdig und sie hatten Interesse am Radfahrer mit dem europäischen Akzent. Ich bin sehr froh, dass ich die Nacht im Haus verbringen konnte. Ihc weiß nicht, ob mein Zelt den gestrigen Sturm ausgehalten hätte.
Und dann gab es noch eine Information zu der Vergabe der Adressen in South Dakota. Zumindest hier auf dem Land sind die Adressen nach Meilenangaben vergeben. Dabei geht es von der Nord- und der Westgrenze entsprechend eines Kooridinatensystem in Meilen gezählt nach Süden bzw. Osten. Somit wissen z.B. die Feuerwehrleute IMMER wohin sie müssen, wenn sie die Adresse haben ohne die Adresse kennen zu müssen. Sie brauchen nur ein entsprechendes Gerät zum Anzeigen der Koordinaten. Allerdings sagte John mir, dass er die Nachbarn hier alle kennt und als Feuerwehrmann braucht er lediglich den Namen, und es kann losgehen.
Und dann kommt das was immer kommt. Ein Abschied. Er war herzlich, und ich freue mich, wenn es mal ein Wiedersehen gibt. Ziemlich beseelt von diesem Treffen radelte ich dann los. Es war ein sehr angenehmer Morgen, der lediglich mit Wind von hinten getoppt werden könnte. Aber der Wind kam nur ganz leicht von vorne rechts…
Die Landschaft veränderte sich langsam. Es wurde wieder etwas welliger und es gab noch mehr Bäume. Rastplätze allerdings nicht. Den fand ich in Badger ca. 60km vom Startpunkt. Schattige Bänke, ein Kinderspielplatz und eine Kirche in dem Ort mit den 107 Einwohner, wie mir das Ortseingangsschild verkündete. „A neat little town“ so stand es dort. Und ist wirklich nett. An den meisten kleinen Orten steht die Einwohnerzahl dran. ob nun Bancroft mit 19 oder Erwin mit 45. Auch an der Ortsgröße scheint man sich hier nicht zu stören: einen huntter.Seelen.Ort als town zu bezeichnen?! Das kannte ich ja schon aus den letzten Wochen. Ich kam durch viele Citys die auch nur wenige Einwohner hatten. Eine mögliche Erklärung war, dass eine City immer der wichtige Ort der Gegend ist. Und da es hier nunmal insgesamt sehr wenige Menschen gibt, sind eben auch die Citys von der Größe her sehr übersichtlich.
Nach meinen letzten sehr leckeren Muffins, Nüssen, einer Mango, 2 Apfelsinen, ein paar Crackern und meinem letzten Liter Milch fuhr ich dann weiter… die 450ste Avenue nach Süden und nach einer Weile auf die 203 Straße nach Osten… hier werden die Straßen und Avenues einfach durchgezählt… zum Abend kreuzte ich dann die 460ste Avenue.
Der Oakwood State Park, wo ich mein Zelt aufgeschlagen habe, ist ein sehr schöner Ort… ein von Seen eingerahmter Campingplatz. Das Gebiet wurde vor rund 70 Jahren von Farmland zum State Park – Erholungsgebiet. Einzige Einschränkung: Die Mücken hier sind eine echte Plage. Trotz Giftvernebelungsmaschine gestern habe ich kaum eine Verbesserung bemerkt…
Außerdem habe ich jetzt eine Idee davon, was die Leute meinen, dass es Richtung Osten mehr Luftfeuchtigkeit gibt. Es ist warm und für mich fühlt es sich an wie ich mir die Tropen vorstelle. War ich ja noch nicht, aber im Zelt zu liegen und einfach so zu schwitzen (ziemlcih dolle) ist schon erstaunlich….
Es war ein sehr schöner Tag. Vor allem auch, nachdem mir der gestrige Tag mit dem Radeln so schwer gefallen ist. Hat er sich doch am Abend sehr schön entwickelt…



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