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interessanter CP => das heißt übrigens Campingplatz

Matera ist schon der Wahnsinn

als ich heute früh aufwache, denke ich noch daran, dass ich meinen Reiseplan ja noch für mein GPS-Gerät abändern muss. Nach Alberobello war ja „noch nach Plan“ aber dann eben  nicht mehr… und gestern Abend war ich einfach nicht mehr in der Lage dazu. Die Schreiberei nimmt schon auch Zeit in Anspruch…

Ich also den Rechner angemacht und die Tour fertig geplant. Jedenfalls bis kurz vor die Meerenge von Messina/ Sizilien. Soweit so gut. Jetzt den sogenannten track noch auf das GPS oder in das GPS, wie auch immer. Und da ich das Gerät neu habe, kenne ich mich ja noch nicht so gut damit aus….grrrr. Deshalb ist es auch gut, wenn man vor dem Losfahren alles=> ALLES ausreichend ausprobiert. insgesamt hieß das: 2 Stunden später los. Jetzt werden einige sagen: ja, nimm doch eine Karte! hab ich überlegt. Nur hier die richtigen Straßen und Sträßlein zu finden ist das eine, das andere ist eine halbwegs ordentliche Karte zu haben. Eine Radkarte von Italien war mir nicht möglich zu kaufen. Autokarten gibt es. Da braucht man aber 5 oder 10 Stück, wenn die Auflösung, also der Maßstab zum Radfahren halbwegs passen soll. Da bräuchte ich ja noch eine Tasche… Na und eine Karte 1:800.000 hab ich mit… da sind aber die kleinen Wege gar nicht drauf, die dient mir auch nur zu groben Orientierung…

Wie dem auch sei… da kochte schon zum ersten Mal mein Blut. Aber die Mohrrüben wachsen bekanntlich auch nicht schneller, selbst wenn jemand an ihnen zieht, und so musste ich da halt durch.

Nach etwa 20km machte ich richtig Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft, Tee, Arancini und Pastete und Küchlein-oberlecker. Eigentlich wollte ich „nur“ Cornetti, also Croissants-hatte sie in der Bar aber nicht… ich wollte schon weiter, da fing sie an, mir alles zu zeigen was sie hat und sie könne was süßes dazu tun aus ihren riesigen Marmeladen- und Nutellaspender. Und: alles in Italienisch. Und das kann ich nicht. Ich krieg das einfach kaum raus. Das war für mich lustig und interessant. Geschäftstüchtig sind die Italiener*innen. Na, und letztendlich hatte ich ein schönes Frühstück.

Dann noch einkaufen: man braucht ein Haufen Futter, das ist der Wahnsinn…

Die schöne apulische Landschaft war dann leider vorbei. Dann geht die Basilikata los. Und hier ist wieder Landwirtschaft im Sinne von Getreideanbau sehr vorwiegend. Zumindest die ersten Kilometer, durch die ich geradelt bin. Ich dachte schon: na das kann was werden.

Dann kam ich zum CP: interessant. Mit 6€ pro Nacht äußerst günstig. 2 Duschen: draußen, wie im Garten. ALso nicht wie im Garten mit irgendeinem Sichtschutz davor. Nein, einen Brausekopf in den Baum gehängt und in die Leitung einen Kugelschieber integriert. Fertig. Das wundert mich total, da es immer heißt, dass die Italiener*innen für FKK gar nichts übrig haben… und dann das. Und in Badesachen duschen… na, ich weiß nicht. Gut zum Wäschewaschen hab ich meine Sachen auch erstmal an, das geht bissl einfacher-würd ich aber sonst nicht machen.

Dann hörte ich, dass es einen Shuttel nach und von Matera gibt, das finde ich total klasse. Die Dame von der Kasse hatte mich also registriert und ich hatte für alles bezahlt. Ich wollte zu Fuß nach Matera gehen (schöner Schluchtenweg) und dann mit dem Shuttel zurück. Ich also gerade am Zelt aufbauen. Kommt die Frau, wenn ich JETZT will, könne ich jetzt mitfahren. Aber ich baute erstmal auf. Dann kamen meine Zeltnachbarn, die beide einen Campingwagen haben, also Wohnmobil und oich spendierte in paar von meinen frisch geernteten Kirschen. Mit dem einen kam ich ins Gespräch und das Ergebnis war, dass ich nach meinem Abendessen noch einen  Teller Reis mit verschiedenen Gemüsen bekam. Sehr lecker. Danke Danielle.

 Dann noch etwas geschwatzt und dann los. Eine SEHR schöne Wanderung. Welche von der Parkwacht (Naturpark Gravine) sagte noch, ich sollte auf Schlangen aufpassen und eigentlich Wanderschuhe tragen. Aber ich hatte eben nur meine Fahrradschuhe mit. Ich wußte, dass die Platten immer bissl rutschig sind (ich fahr doch Click.Pedal und die Schuplatten an den Schuhe). Ja, das war schon eine sehr schöne Wanderung und ein Wahnsinns Blick in alle Richtungen. Und dann war mir auch klar, warum die von der Bergwacht so gesagt hat: das hat schon leichten Gebirgscharakter (das Wort sieht komisch aus)…

Zack übner die Hängebrücke und dann in die Stadt. 20Uhr war ich da. Der Bus fuhr 21.45Uhr. Genug Zeit, um etwas anzuschauen und in einem Lokal was Trinken zu gehen. Und einmal auf die Toilette. Zumindest sind dort i.d.R. die Toiletten mit Deckel und Toilettenpapier ausgestattet. Und eine Toilette für den ganzen Zeltplatz: soviel Überwindung wollte ich mir heute ersparen. Hat dann auch geklappt. Allerdings scheinen sie hier für Toilettenbrillen und -deckel nichts übrig zu haben. Da brennen die Oberschenkel. Meine jedenfalls. Sitzen kann ich nicht auf dem blanken Porzellan (so, kurzer Ausflug beendet, musste mal gesagt werden und der Gedankenfluss ging halt gerade in diese Richtung).

Auf einmal klingelt das Telefon. Irgendein Paolo…. ob ich schon 20.45Uhr mitfahren kann, also eine Stunde früher, der Bus wäre kaputt und so müsse er öfter fahren und…….. ich sagte ja, Notlagen sind ja auch doof. Ich hatte ihm aber gleich gesagt, dass ich es nicht ganz schaffen werden, denn es war ja schon 20Uhr.

Ich also zumindest noch bissl rumgeschlendert, natürlich eine Kirche angeguckt und ein paart von diesen in Stein gehauenen Wohnungen. In eine konnte ich einen Blick reinwerfen, weil die nicht bewohnt war und mit einer Tür verschlossen war, wo ich oben durchgucken konnte. Ging ganz schön tief rein. Ansonsten hatte natürlich das Museum und alles schon zu….

Aber die Stadt ist wirklich schön und bemerkenswert und erstaunlich und eine Reise wert. Einerseits wegen der Häuser und sicher der Kultur, die dahinter steckt aber auch wegen des Ambientes, den Restaurants, den Ausblicken. Danke an Anette und ihren Mann, der was mit „G“ hieß. vielleicht Gijs… die beiden radreisenden Holländer, die ich in Bari getroffen hatte…

Dann war ich in Eile, dass ich zurück kam. 700m für 21 Minuten. Ich dachte, dass derr Routenplaner spinnt, hat er aber nicht. Treppauf. Treppab. Falsch gelaufen, Sackgasse. So ging das die ganze Zeit.. Aber letztendlich rief ich an, die warteten noch bissl auf mich und ich kam froh am CP an. Kalt im Dunkeln draußen duschen und dann: Schreiben. Ganz liebe Grüße an alle Lesenden und: hier in Matera ist es sehr schön. Und auch wenn der CP sehr spannend ist, so ist er doch auch sehr schön ruhig… 🙂 Gute Nacht.

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